Abschluss

Erläuterungen zum verkürzten Konzernzwischenabschluss zum
30. September 2014

Grundlagen und Methoden

Der Zwischenabschluss zum 30. September 2014 ist gemäß § 37x Abs. 3 WpHG und in Übereinstimmung mit den Vorschriften des ias 34 in verkürzter Form nach den Vorschriften der am Abschlussstichtag gültigen und von der Europäischen Union anerkannten International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board, London, sowie den Interpretationen des ifrs Interpretations Committee erstellt worden.

Die Erläuterungen im Anhang des Konzernabschlusses 2013 gelten – mit Ausnahme der im laufenden Geschäftsjahr erstmals angewendeten Rechnungslegungsvorschriften und Änderungen von Bilanzierungsmethoden – insbesondere im Hinblick auf die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechend.

Im laufenden Geschäftsjahr erstmals angewendete
Rechnungslegungs­vorschriften

Die erstmalige Anwendung folgender geänderter Rechnungslegungsvorschriften hatte keinen bzw. keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage oder auf das Ergebnis je Aktie.

Im Dezember 2011 veröffentlichte das iasb die Ergänzung „Offsetting Financial Assets and Financial Liabilities“ in Bezug auf ias 32 (Financial Instruments: Presentation). Die Ergänzung zu ias 32 stellt Details im Zusammenhang mit den Kriterien „unbedingtes Recht zur Aufrechnung“ und „zeitgleiches Settlement“ klar. Die Ergänzung wird seit dem 1. Januar 2014 angewendet. Diese Änderungen hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Das iasb hat im Oktober 2012 mit „Investment Entities“ Änderungen zu ifrs 10 (Consolidated Financial Statements), ifrs 12 (Disclosure of Interests in Other Entities) und ias 27 (Separate Financial Statements) für Investmentgesellschaften veröffentlicht. Diese werden von der Pflicht zur Konsolidierung von bestimmten Tochtergesellschaften nach ifrs 10 befreit. Sie haben diese stattdessen erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Darüber hinaus werden die Anhangangaben für Investmentgesellschaften in ifrs 12 erweitert. Die Änderungen werden seit dem 1. Januar 2014 angewendet. Diese Änderungen hatten keine Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Im Mai 2013 gab das ifrs ic die ifric Interpretation 21 (Levies) heraus. Die Interpretation behandelt die Bilanzierung öffentlicher Abgaben, bei denen es sich nicht um Ertragsteuern im Sinne des ias 12 (Income Taxes) handelt. Die Interpretation enthält Leitlinien, wann eine Verpflichtung zur Zahlung einer Abgabe als Verbindlichkeit anzusetzen ist. Die Interpretation ist verpflichtend ab dem 1. Januar 2014 anzuwenden. Diese Änderung hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Umstellung des Funktionskostenausweises und der Sondereinflüsse

Zur Steigerung der Vergleichbarkeit und Transparenz des Funktionskostenausweises wurden im Geschäftsjahr 2014 organisationsbezogene Ausweislogiken durch funktionale Sichten ersetzt. Dadurch ergibt sich eine Verschiebung von Verwaltungskosten in Vertriebs- und Herstellungskosten. Darüber hinaus werden die Sondereinflüsse direkt in den jeweiligen Funktionskosten ausgewiesen, um den Funktionskostenbezug ersichtlich zu machen. Die bisherige generelle Zuordnung zum sonstigen betrieblichen Ergebnis entfällt.

Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst.

Bilanzierungsänderungen Gewinn- und Verlustrechnung (Vorjahr)
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Änderungen zugrunde liegender Parameter

Änderungen in den zugrunde liegenden Parametern beziehen sich vor allem auf die Wechselkurse sowie auf die Zinssätze für die Ermittlung der Pensionsverpflichtungen.

Die Wechselkurse wichtiger Währungen zum Euro ergeben sich wie folgt:

Wechselkurse wichtiger Währungen   [Tabelle 30]
    Stichtagskurs Durchschnittskurs
1 € /   31.12.2013 30.09.2013 30.09.2014 Dreiviertel-
jahr 2013
Dreiviertel-
jahr 2014
BRL Brasilien 3,26 3,06 3,08 2,77 3,10
CAD Kanada 1,47 1,39 1,41 1,35 1,48
CHF Schweiz 1,23 1,22 1,21 1,23 1,22
CNY China 8,35 8,26 7,73 8,12 8,36
GBP Großbritannien 0,83 0,84 0,78 0,85 0,81
JPY Japan 144,72 131,78 138,11 126,95 139,55
MXN Mexiko 18,07 17,85 17,00 16,67 17,78
RUB Russland 45,32 43,82 49,77 41,58 47,96
USD USA 1,38 1,35 1,26 1,32 1,36

Für die Ermittlung des Barwerts der Pensionsverpflichtungen wurden folgende wesentliche Abzinsungssätze zugrunde gelegt:

Abzinsungssatz Pensionsverpflichtungen [Tabelle 31]
 31.12.201330.06.201430.09.2014
 in %in %in %
Deutschland3,802,702,20
Großbritannien4,604,304,00
USA4,503,903,90

Erläuterungen zur Segmentberichterstattung

Die nachfolgende Tabelle enthält die Überleitungsrechnung des ebitda vor Sondereinflüssen der Segmente zum Ergebnis vor Ertragsteuern des Konzerns:

Überleitung vom EBITDA vor Sondereinflüssen der Segmente zum Ergebnis
vor Ertragsteuern des Konzerns[Tabelle 32]
 3. Quartal 20133. Quartal 2014Dreiviertel-
jahr 2013
Dreiviertel-
jahr 2014
 in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €
EBITDA vor Sondereinflüssen der Segmente2.0632.1136.9397.269
EBITDA vor Sondereinflüssen Corporate Center-79-102-307-303
EBITDA vor Sondereinflüssen1.9842.0116.6326.966
Abschreibungen vor Sondereinflüssen der Segmente-663-678-1.950-2.021
Abschreibungen vor Sondereinflüssen Corporate Center-1-2-3-4
Abschreibungen vor Sondereinflüssen-664-680-1.953-2.025
EBIT vor Sondereinflüssen der Segmente1.4001.4354.9895.248
EBIT vor Sondereinflüssen Corporate Center-80-104-310-307
EBIT vor Sondereinflüssen1.3201.3314.6794.941
Sondereinflüsse der Segmente-9945-4004
Sondereinflüsse Corporate Center
Sondereinflüsse-9945-4004
EBIT der Segmente1.3011.4804.5895.252
EBIT Corporate Center-80-104-310-307
EBIT1.2211.3764.2794.945
Finanzergebnis-228-302-643-634
Ergebnis vor Ertragsteuern9931.0743.6364.311

Konsolidierungskreis

Entwicklung des Konsolidierungskreises

Zum 30. September 2014 wurden insgesamt 290 Gesellschaften voll- oder anteilsmäßig konsolidiert (31. Dezember 2013: 289 Gesellschaften). Davon wurde ein Unternehmen mit gemeinschaftlicher Tätigkeit (31. Dezember 2013: zwei Unternehmen mit gemeinschaftlicher Tätigkeit) gemäß ifrs 11 (Joint Arrangements) anteilsmäßig konsolidiert. Ferner sind unverändert zum 31. Dezember 2013 drei Gemeinschaftsunternehmen und zwei assoziierte Unternehmen im Konzernabschluss nach der Equity-Methode gemäß ias 28 (Investments in Associates and Joint Ventures) berücksichtigt worden.

Akquisitionen und Desinvestitionen

Akquisitionen

Am 6. März 2014 hat CropScience die Übernahme sämtlicher Anteile der Biagro-Gruppe, einem Hersteller und Vermarkter biologischer Saatgutbehandlungsmittel mit Sitz in Gral. Las Heras in der Provinz Buenos Aires, Argentinien, abgeschlossen. Das Unternehmen besitzt Produktionsstätten in Argentinien und Brasilien. Sein Portfolio an etablierten Marken umfasst u. a. biologische Saatgutbehandlungsmittel, Mikroorganismen zur Stärkung des Pflanzenwachstums sowie andere Produkte für die integrierte Schädlingsbekämpfung auf Basis von Bakterien- und Pilzstämmen. Die Akquisition unterstützt CropScience dabei, sein erfolgreiches Geschäft mit Sojabohnensaatgut in Lateinamerika auszubauen. Die Übernahme muss noch vom argentinischen Kartellamt genehmigt werden. Es wurden eine Einmalzahlung in Höhe von 9 Mio € sowie potenzielle Meilensteinzahlungen vereinbart, die in Höhe von 6 Mio € in der Kaufpreisallokation berücksichtigt wurden. Die Meilensteinzahlungen hängen im Wesentlichen vom Erreichen bestimmter Umsatzziele und Produktzulassungen ab. Der Kaufpreis entfiel im Wesentlichen auf die Technologieplattform und einen Geschäfts- oder Firmenwert.

Im März 2014 hat HealthCare das Übernahmeangebot für die Aktien der Algeta asa, Oslo, Norwegen, erfolgreich abgeschlossen und 100 % der ausstehenden Aktien erworben. Am 20. Januar 2014 hatte Bayer ein Übernahmeangebot für alle Aktien von Algeta zum Preis von 362 nok je Aktie in bar veröffentlicht. Bis zum Ende der Annahmefrist des Angebots stimmten Algeta-Aktionäre mit rund 98 % der Anteile dem Angebot zu. Für die restlichen 2 % der Anteile wurde zum 14. März 2014 ebenfalls zum Preis von 362 nok je Aktie ein Squeeze-out durchgeführt.

Algeta erarbeitet neuartige Krebstherapien, aufbauend auf den eigenen weltweit führenden und geschützten Technologien. Das Unternehmen entwickelt zielgerichtete Krebsmedikamente (Alpha-Pharmazeutika) unter Nutzung der einzigartigen Eigenschaften der Alphateilchen-Strahlung. HealthCare und Algeta unterhalten seit 2009 eine Partnerschaft zur Entwicklung und Vermarktung von Radium-223-Dichlorid, das seit Mai 2013 in den usa unter dem Namen XofigoTM zugelassen ist. Die Übernahme stärkt das Onkologie-Geschäft von HealthCare. Der Kaufpreis betrug 1.974 Mio €. Hierin enthalten sind 35 Mio € für die Beilegung der zuvor bestehenden Beziehung zwischen Algeta und Bayer. Der genannte Beilegungsbetrag ist der Betrag, zu dem die zuvor bestehende vertragliche Beziehung aus Sicht des Erwerbers im Vergleich mit den aktuellen Marktbedingungen für ähnliche Partnerschaften vorteilhaft ist. Der Beilegungsbetrag wird als sonstiger betrieblicher Ertrag dargestellt und erhöht gleichzeitig die übertragene Gegenleistung.

Der Kaufpreis entfiel im Wesentlichen auf einen immateriellen Vermögenswert für die produktbezogene Radium-223-Technologie sowie einen Geschäfts- oder Firmenwert. Der Geschäfts- oder Firmenwert basiert im Wesentlichen auf Synergien bei Verwaltungsprozessen und Infrastrukturen, u. a. Kosteneinsparungen in den Funktionen Vertrieb, Forschung und Entwicklung sowie allgemeine Verwaltung.

Seit dem Erwerbszeitpunkt führte die Akquisition zu einem operativen Ergebnis (ebit) von -32 Mio €. Das seit dem Erstkonsolidierungszeitpunkt erwirtschaftete Ergebnis nach Steuern betrug -39 Mio €. Hierin enthalten sind die seit dem Zeitpunkt der Akquisition angefallenen Finanzierungskosten. Wäre die Akquisition bereits zum 1. Januar 2014 erfolgt, würde das Ergebnis des Bayer-Konzerns nach Steuern im Dreivierteljahr 3.191 Mio € betragen. Hierin enthalten sind Finanzierungskosten für das Dreivierteljahr.

Am 30. September hat CropScience die Übernahme des Saatgut-Geschäfts des Unternehmens Granar s.a. mit Sitz in Encarnación, Paraguay, abgeschlossen. Granar ist auf die Zucht, Erzeugung und Vermarktung von verbessertem Saatgut vor allem für Soja spezialisiert, das auf die Bedingungen in subtropischen Regionen angepasst ist. Granar ist in Paraguay und Uruguay breit vertreten und die Präsenz in Brasilien wächst. Das Saatgut-Geschäft wird für die Aussaatsaison 2014/15 noch durch Granar vermarktet. Ab 2015 übernimmt Bayer den Vertrieb. Es wurde eine Einmalzahlung in Höhe von 15 Mio € einschließlich einem Kaufpreiseinbehalt vereinbart, der über die nächsten sechs Jahre ausbezahlt wird und mit 2 Mio € in der Kaufpreisallokation berücksichtigt wurde.

Die genannten Transaktionen sowie Kaufpreisanpassungen aus Transaktionen der Vorjahre/-quartale wirkten sich zum jeweiligen Erwerbs- und Anpassungszeitpunkt auf Vermögen und Schulden des Konzerns im Dreivierteljahr wie folgt aus und führten unter Berücksichtigung der übernommenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu folgendem Mittelabfluss:

Erworbene Vermögenswerte und Schulden zum beizulegenden Zeitwert bei Erwerb [Tabelle 33]
 Dreiviertel-
jahr 2014
davon
Algeta ASA
 in Mio €in Mio €
Geschäfts- oder Firmenwert684679
Patente und Technologien1.7621.758
Sonstige immaterielle Vermögenswerte4023
Sachanlagen2323
Vorräte1515
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte4639
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente9090
Aktive latente Steuern3939
Sonstige Rückstellungen-1
Finanzverbindlichkeiten -128-128
Sonstige Verbindlichkeiten-81-79
Passive latente Steuern-487-485
Nettovermögen2.0021.974
Veränderungen in den Anteilen anderer Gesellschafter
Kaufpreis2.0021.974
Übernommene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente-90-90
Beilegung von zuvor bestehenden Beziehungen-35-35
Verbindlichkeiten für zukünftige Zahlungen-6
Zahlungen für Akquisitionen aus Vorjahren/-quartalen1
Nettoabfluss aus Akquisitionen1.8721.849

Am 1. Oktober hat HealthCare die Übernahme des Consumer-Care-Geschäfts des us-Konzerns Merck & Co., Inc., Whitehouse Station, New Jersey, usa, abgeschlossen. Zu dem erworbenen Geschäft gehören Produkte vorwiegend in den Bereichen Erkrankungen der oberen Atemwege, Dermatologie inklusive Sonnenschutz, Fußgesundheit und Magen-Darm-Erkrankungen. Die wichtigsten Marken sind ClaritinTM (Allergien), CoppertoneTM (Sonnenschutz), MiralaxTM (Magen-Darm-Erkrankungen), AfrinTM (Erkältung) sowie – in Nord- und Lateinamerika – Dr. Scholl’sTM (Fußgesundheit). Die Produkte ergänzen das bisherige Markensortiment rezeptfreier Medikamente von Bayer.

Durch die Akquisition wird das Geschäft mit rezeptfreien (Over-The-Counter – otc) Produkten von Bayer in mehreren Therapiegebieten und Regionen deutlich verstärkt. Damit wird HealthCare weltweit zum zweitgrößten Anbieter in einer stark diversifizierten Branche und besetzt starke globale Positionen in den fünf wichtigsten Segmenten der rezeptfreien Gesundheitsprodukte: Dermatologie, Magen-Darm-Erkrankungen, Erkrankungen der oberen Atemwege (Erkältung/Allergien/Nasennebenhöhlen/Grippe), Nahrungsergänzungsmittel und Schmerztherapie.

Für eine Übergangszeit wird Merck in den Ländern, in denen das Geschäft im Rahmen eines Asset Deal übernommen wurde, die Verkaufsaktivitäten im eigenen Namen weiterführen, bis die Marketingregistrierungen auf Bayer übertragen wurden oder Bayer das Geschäft als Distributor übernehmen kann. Während dieser Zeit trägt Bayer bereits die wirtschaftlichen Chancen und Risiken und erhält von Merck den erzielten operativen Gewinn. Diese Übergangszeit wird für die meisten Länder am 1. Januar 2015 auslaufen.

Für die Akquisition hat Bayer einen Kaufpreis von 14,2 Mrd usd gezahlt, vor Working-Capital-Anpassungen und abzüglich bestimmter Beträge, die bis zum Erhalt der Kartellfreigaben in Mexiko und der Republik Korea sowie der Übertragung weiterer Vermögenswerte in Kanada zurückgehalten werden. Die vorläufige Kaufpreisverteilung ergibt im Wesentlichen einen Geschäfts- oder Firmenwert (8,1 Mrd usd) sowie erworbene Marken (5,2 Mrd usd). Der Geschäfts- oder Firmenwert basiert im Wesentlichen auf Kostensynergien, insbesondere bei Marketingaufwendungen und Herstellungskosten, sowie Umsatzsynergien aus der erhöhten Vertriebskraft und Nutzung der globalen Infrastruktur.

Mit der Übernahme tritt auch die zwischen Bayer und Merck & Co., Inc. vereinbarte strategische Pharma-Kooperation auf dem Gebiet der Modulation von löslicher Guanylat-Zyklase (sGC) in Kraft. Mit der bereits durch die zuständigen Kartellbehörden freigegebenen weltweiten Entwicklungs- und Vermarktungskooperation will Bayer seine Entwicklungsmöglichkeiten im Geschäftsfeld der Herz-Kreislauf-Therapien stärken. Merck & Co., Inc. leistet in diesem Zusammenhang Zahlungen von bis zu 2,1 Mrd usd an Bayer. Diese bestehen aus einer Vorauszahlung von 1 Mrd usd sowie umsatzabhängigen Meilensteinzahlungen von bis zu 1,1 Mrd usd für künftige gemeinsame Umsätze auf Basis von bestimmten Wirkstoffen aus der Zusammenarbeit, einschließlich des Lungenhochdruckmittels AdempasTM (Riociguat).

Die Kaufpreisallokationen für die Biagro-Gruppe, Granar s.a. und das Consumer-Care-Geschäft von Merck & Co., Inc. sind derzeit noch nicht abgeschlossen, da die Erstellung und Prüfung der zugrunde liegenden finanziellen Informationen noch andauern. Änderungen in der Zuordnung des Kaufpreises auf die einzelnen Vermögenswerte und Schulden können sich daher noch ergeben.

Im Februar 2014 unterzeichnete HealthCare einen Vertrag zur Übernahme aller Aktien der Dihon Pharmaceutical Group Co. Ltd. in Kunming, Yunnan, China. Dihon ist ein pharmazeutisches Unternehmen, das sich auf die Herstellung und Vermarktung von otc-Präparaten sowie Präparaten auf pflanzlicher Basis als Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin spezialisiert hat. Es wurde ein vorläufiger Kaufpreis von 3,6 Mrd Yuan vereinbart. Der Vollzug der Übernahme ist an mehrere Bedingungen geknüpft, von denen einige noch nicht eingetreten sind. Der Abschluss der Transaktion soll im 4. Quartal 2014 erfolgen.

Desinvestitionen

Am 29. August hat HealthCare den Verkauf des Interventional-Geschäfts an Boston Scientific Corporation, Natick, Massachusetts (usa) abgeschlossen. Der Verkauf umfasst das Thrombektomiesystem AngioJetTM und das Atherektomiesystem JetstreamTM sowie den FetchTM2-Absaugkatheter, der in der Kardiologie, Radiologie und Gefäßbehandlung eingesetzt wird. Der Gesamtpreis der Transaktion einschließlich der Gebühren für Übergangsleistungen an Boston Scientific und vor Working-Capital-Anpassungen betrug 315 Mio €. Vor Berücksichtigung der Übergangsleistungen wurde ein Gewinn in Höhe von 80 Mio € in den Sondereinflüssen sowie ein passivischer Abgrenzungsposten in Höhe von 2 Mio € ausgewiesen.

Die genannte sowie weitere kleinere Desinvestitionen wirkten sich im Dreivierteljahr wie folgt aus:

Desinvestitionen[Tabelle 34]
 Dreiviertel-
jahr 2014
 in Mio €
Geschäfts- oder Firmenwert113
Patente und Technologien62
Sonstige immaterielle Vermögenswerte17
Sachanlagen17
Sonstige langfristige Vermögenswerte2
Vorräte10
Veräußerte Vermögenswerte und Schulden221
Nettozuflüsse aus Veräußerungen303
Veränderungen von Forderungen für zukünftige Nettozuflüsse
Passivischer Abgrenzungsposten2
Gewinn aus Veräußerungen (vor Steuern)80

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen

Am 1. Oktober ist die zwischen Bayer und Merck & Co., Inc. vereinbarte strategische Pharma-Kooperation auf dem Gebiet der Modulation von löslicher Guanylat-Zyklase (sGC) in Kraft getreten. HealthCare und Merck & Co., Inc. übernehmen gemeinsam die Kontrolle über das Geschäft mit sGC-Modulatoren. Die Kooperation sieht eine hälftige Aufteilung der zukünftigen Netto-Cashflows zwischen Bayer und Merck & Co., Inc. vor. Von dem auf das Pharmasegment allokierten Geschäfts- oder Firmenwert wurden zum 30. September 143 Mio € als zur Veräußerung gehalten ausgewiesen und zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Kooperation erfolgswirksam ausgebucht.

Gemäß ifrs 5 (Non-current assets held for sale and discontinued operations) wurde im Vorfeld der niedrigere Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten für die Vermögenswerte, die zur Veräußerung gehalten werden, angesetzt.

Die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen setzten sich wie folgt zusammen:

Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen[Tabelle 35]
 30.09.2014
 in Mio €
Geschäfts- oder Firmenwert143
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
Sachanlagen1
Sonstige Vermögenswerte
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte144

Finanzinstrumente

Die nachfolgende Tabelle stellt die Buchwerte und die beizulegenden Zeitwerte der einzelnen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten für jede einzelne Kategorie von Finanzinstrumenten dar und leitet diese auf die entsprechenden Bilanzpositionen über. Da die Bilanzpositionen sonstige Forderungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten sowohl Finanzinstrumente als auch nicht finanzielle Vermögenswerte bzw. nicht finanzielle Verbindlichkeiten (z. b. sonstige Steuerforderungen oder Vorauszahlungen für zukünftig zu erhaltende Leistungen) enthalten, dient die Spalte „Nicht finanzielle Vermögenswerte/Verbindlichkeiten“ einer entsprechenden Überleitung.

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte der Finanzinstrumente
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In Ausleihungen und Forderungen innerhalb der sonstigen finanziellen Vermögenswerte sowie in den Finanzverbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet wurden, sind auch Finanzierungs-Leasingforderungen bzw. Finanzierungs-Leasingverbindlichkeiten enthalten, bei denen Bayer der Leasinggeber bzw. Leasingnehmer ist und die folglich nach ias 17 bewertet werden.

Aufgrund der überwiegend kurzfristigen Laufzeiten für Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten weichen die Buchwerte am Bilanzstichtag nicht signifikant von den beizulegenden Zeitwerten ab.

Der beizulegende Zeitwert von langfristigen Forderungen, Ausleihungen, bis zur Endfälligkeit zu haltenden Finanzinvestitionen oder originären Verbindlichkeiten wird als Barwert der zukünftigen Zahlungsmittelzu- oder -abflüsse ermittelt. Die Abzinsung erfolgt unter Anwendung des zum Bilanzstichtag aktuellen laufzeitadäquaten Zinssatzes unter Berücksichtigung der Bonität des Kontrahenten. Sollte ein börsennotierter Preis vorhanden sein, wird dieser als beizulegender Zeitwert angesetzt.

Die beizulegenden Zeitwerte von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten entsprechen notierten Preisen auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte (Stufe 1).

Sofern keine öffentlich notierten Marktpreise existieren, werden für Derivate die beizulegenden Zeitwerte mit Bewertungstechniken basierend auf beobachtbaren Marktdaten zum Bilanzstichtag ermittelt (Stufe 2). Bei der Anwendung von Bewertungstechniken wird das Kreditrisiko der Vertragspartner durch die Ermittlung von Credit Value Adjustments berücksichtigt. Die Bewertung der zugehörigen Devisen- und Warentermingeschäfte erfolgt einzelfallbezogen und mit dem jeweiligen Terminkurs bzw. -preis am Bilanzstichtag. Die Terminkurse bzw. -preise richten sich nach den Kassakursen und -preisen unter Berücksichtigung von Terminauf- und -abschlägen. Die beizulegenden Zeitwerte von Instrumenten zur Sicherung von Zinsrisiken sowie Zinswährungsswaps ergeben sich durch Diskontierung der zukünftigen Zahlungsmittelzu- und -abflüsse und der Berücksichtigung einer Fremdwährungsumrechnung zum Stichtag. Zur Abzinsung dienen Marktzinssätze, die über die Restlaufzeit der Instrumente angewendet werden.

Eingebettete Derivate werden von den jeweiligen Basisverträgen separiert. Bei den Basisverträgen handelt es sich in der Regel um Absatz- oder Bezugsverträge aus dem operativen Geschäft. Die Zahlungsströme aus dem Vertrag ändern sich aufgrund der eingebetteten Derivate beispielsweise in Abhängigkeit von Wechselkursschwankungen, Rohstoffpreisschwankungen oder sonstigen Preisschwankungen. Die intern durchgeführte Bewertung von eingebetteten Derivaten erfolgt insbesondere mit der Discounted-Cashflow-Methode, die auf nicht beobachtbaren Inputfaktoren – unter anderem geplanten Absatz- und Bezugsmengen sowie aus Marktdaten abgeleiteten Preisen – basiert (Stufe 3). Basierend auf diesen beizulegenden Zeitwerten erfolgt ein regelmäßiges Monitoring im Rahmen der quartärlichen Berichterstattung.

Die Entwicklung der auf nicht beobachtbaren Inputfaktoren basierenden und zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten stellte sich per saldo wie folgt dar:

Entwicklung der auf nicht beobachtbaren Inputfaktoren basierenden und zum beizulegenden
Zeitwert bilanzierten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (Saldo)[Tabelle 37]
 2014
 in Mio €
Nettobuchwerte 1.1.-7
Ergebniswirksam erfasste Gewinne/Verluste (–) 10
davon zum Bilanzstichtag gehaltene Vermögenswerte/Verbindlichkeiten10
Ergebnisneutral erfasste Gewinne/Verluste (–)
Zugänge von Vermögenswerten/Verbindlichkeiten (–)
Abgänge von Vermögenswerten (–)/Verbindlichkeiten15
Umgliederungen
Nettobuchwerte 30.09.18

In der Berichtsperiode fielen keine Veräußerungsergebnisse an. Ergebniswirksame Veränderungen wurden in den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen erfasst.

Im Berichtszeitraum bestand weiterhin eine Unsicherheit über die wirtschaftliche Lage in Venezuela. Insbesondere vor dem Hintergrund neuer Regeln für den Devisentausch und staatlicher Regulierungsmöglichkeiten im Zusammenhang mit der Kursfeststellung kann die zukünftige Währungsentwicklung schwer eingeschätzt werden. Für die Fremdwährungsbewertung der Landesgesellschaft wurde zum Bilanzstichtag der Wechselkurs sicad 1 verwendet.

Rechtliche Risiken

Hinsichtlich der Angaben zu den rechtlichen Risiken des Bayer-Konzerns verweisen wir auf die Darstellung in Anhangangabe 32 im Bayer-Geschäftsbericht 2013. Der Bayer-Geschäftsbericht 2013 steht unter www.bayer.de kostenlos zum Herunterladen bereit. Seit diesem Geschäftsbericht hat es folgende wesentliche Veränderungen im Bereich der rechtlichen Risiken gegeben:

HealthCare

Produktbezogene Auseinandersetzungen

YasminTM/yazTM: Die Gesamtzahl der gerichtlichen und außergerichtlichen Anspruchstellerinnen in den usa belief sich am 13. Oktober 2014 auf etwa 4.000 (nach Abzug bereits verglichener Fälle). Die Anspruchstellerinnen machen geltend, drospirenonhaltige orale Kontrazeptiva wie YasminTM und/oder yazTM bzw. OcellaTM und/oder GianviTM, von Barr Laboratories Inc. in den usa vermarktete generische Versionen von YasminTM bzw. yazTM, hätten bei Anwenderinnen zu Gesundheitsschäden geführt, in Einzelfällen auch mit Todesfolge.

Bis zum 13. Oktober 2014 hat Bayer ohne Anerkennung einer Haftung Vergleiche mit etwa 9.200 Anspruchstellerinnen in den usa für insgesamt rund 1.8 Mrd usd vereinbart. Bayer hat lediglich Ansprüche in den usa wegen Erkrankungen infolge von venösen Blutgerinnseln wie tiefen Venenthrombosen oder Lungenembolien nach einer fortlaufenden fallspezifischen Analyse der medizinischen Unterlagen verglichen. Derartige Erkrankungen werden von ca. 2.100 Anspruchstellerinnen behauptet (nach Abzug bereits verglichener Fälle). Von Fall zu Fall wird Bayer weiterhin die Möglichkeit eines Vergleichs einzelner Rechtsstreitigkeiten in den usa in Betracht ziehen.

MirenaTM: Bis zum 13. Oktober 2014 wurden Bayer in den usa Klagen von etwa 2.400 Anwenderinnen von MirenaTM zugestellt, einer Hormonspirale zur langfristigen Verhütung. Mit weiteren Klagen ist zu rechnen. Die Klägerinnen tragen vor, die Anwendung von MirenaTM habe zu Gesundheitsschäden geführt, insbesondere Perforation des Uterus, ektopische Schwangerschaft oder idiopathische intrakranielle Hypertension, und verlangen Schaden- und Strafschadenersatz.

Phillips’ Colon Health/Department of Justice: Im September 2014 hat das us-Justizministerium im Namen der us-Kartellbehörden eine Klage bei einem us-Bundesgericht in New Jersey eingereicht. Bayer mache unsubstantiierte Aussagen über Phillips’ Colon Health, ein probiotisches Produkt. Damit verstoße Bayer gegen eine Vergleichsvereinbarung von 2007, wonach Bayer belastbare wissenschaftliche Beweise für seine Aussagen über seine Nahrungsergänzungsmittel haben muss. Die Klage fordert Abhilfe in Form von Schadenersatzzahlungen und einer Verfügung, wonach Bayer unsubstantiierte Aussagen zu unterlassen habe. Bayer ist überzeugt, gute Argumente zur Verteidigung gegen die erhobenen Vorwürfe zu haben, und beabsichtigt, sich entschieden zur Wehr zu setzen.

CropScience

Verfahren wegen gentechnisch veränderter Reispflanzen (LL RICE): Wie bereits berichtet, haben mehrere tausend Kläger Bayer vor US-Gerichten im Zusammenhang mit gentechnisch veränderten Reispflanzen verklagt, und die meisten dieser Klagen wurden verglichen. Im September 2014 hat Bayer eine der verbliebenen Klagen zu angemessenen Bedingungen und ohne Anerkennung eines Fehlverhaltens verglichen. Dabei ging es um Schadenersatzforderungen von BASF wegen angeblicher Kontamination seiner Reissorte Clearfield 131. Bayer hält die mit den verbliebenen Verfahren wegen gentechnisch veränderter Reispflanzen verbundenen Risiken nicht mehr für wesentlich.

MaterialScience

Teilbefreiung von der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz: 2014 hat Bayer weiterhin die Teilbefreiung von der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz in der Fassung von 2012 in Anspruch genommen. Die möglicherweise im Fall einer rückwirkenden Unwirksamkeit der Befreiungsvorschriften auf Bayer zukommenden Forderungen erhöhen sich deshalb im Laufe des Jahres 2014 weiterhin.

Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Nahe stehende Unternehmen und Personen im Sinne des ias 24 (Related Party Disclosures) sind juristische oder natürliche Personen, die auf die Bayer AG und deren Tochterunternehmen Einfluss nehmen können oder der Kontrolle oder einem maßgeblichen Einfluss durch die Bayer ag bzw. deren Tochterunternehmen unterliegen. Dazu gehören insbesondere nicht konsolidierte Tochtergesellschaften, Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen sowie Versorgungspläne und ferner die Organmitglieder der Bayer ag. Die Verkäufe an nahe stehende Unternehmen und Personen sind aus Sicht des Bayer-Konzerns nicht von materieller Bedeutung. Lieferungen und Leistungen wurden vor allem im Rahmen des laufenden operativen Geschäfts vom assoziierten Unternehmen po jv, lp, Wilmington, usa, bezogen (0,6 Mrd €). Im Vergleich zum 31. Dezember 2013 haben sich die Forderungen bzw. Verbindlichkeiten gegenüber den nahe stehenden Unternehmen nicht wesentlich verändert.

Leverkusen, 27. Oktober 2014

Bayer Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Dr. Marijn Dekkers     Werner Baumann     Johannes Dietsch     Michael König     Kemal Malik

Letzte Änderung: 30. Oktober 2014  Copyright © Bayer AG
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